Mein neues Reich

Ich komme gerade vom Abendessen zurück, was in einem neuen Land an sich schon ein kleines Abenteuer darstellt. Bisher traue ich mich nämlich noch nicht in viele der Restaurants, die von außen schon erahnen lassen, dass ihre Speisekarte wohl  nicht in englischer Übersetzung vorliegt. Glücklicherweise habe ich aber in der Nähe meiner Wohnung ein nettes kleines Lokal gefunden, welches Fotos aller Gerichte an den Wänden aufgelistet hat und mir somit die Bestellung um einiges erleichterte. So kam ich für unschlagbare 1 Euro Gesamtrechnung zu einem leckeren Essen bestehend aus chinesischen Maultaschen und Nudeln in Erdnussoße. Das teuerste Gericht auf der Speisekarte kostete übrigens 1,70 Euro (Nudelsuppe mit Rindfleisch). In Peking kann man – wenn man nicht unbedingt in Luxusrestaurants verkehren möchte – wahnsinnig günstig leben.

Mittlerweile habe ich auch eine gemütliche, möblierte Wohnung gefunden und bin dabei mich gut einzuleben. Bevor ich das Zimmer bezogen habe, hat eine Putzfrau die Generalreinigung übernommen. Kosten: 1,40 Euro pro Stunde. Hier kann man sich selbst mit nicht so üppigem Gehalt eine Haushaltshilfe leisten, wobei ich sagen muss, dass mir es schon fast unangenehm war, für einen solchen Service so wenig zu zahlen.

Außerdem hatte ich heute meine erste Mandarinprivatstunde (5 Euro/h). Meine chinesischen Bekannten haben allerdings gemeint, dass mein Lehrbuch, welches mich ganze 3,4o Euro gekostet hat, „zu teuer“ sei und ich doch mein Geld sparen und einfach mit ihnen kostenlos Chinesisch üben solle… Von den Chinesen kann man das Sparen wirklich lernen. Im Moment allerdings gönne ich mir den Luxus, richtigen Sprachunterricht zu nehmen, weil sich die Notwenigkeit regelmäßig zu den Stunden zu erscheinen sicher positiv auf meine Lernfortschritte auswirken wird.

Ansonsten kümmert man sich reizend um mich und ich werde täglich von vielen Seiten daran erinnert, mich doch warm genug anzuziehen, das Essen nicht zu vergessen und während der Stoßzeiten in der U-Bahn nicht zu viel Geld in meiner Tasche mitzunehmen, damit mir auch nichts gestohlen wird. Außerdem wurde ich auch schon mit mehreren Büchern über chinesische Geschichte und Kultur versorgt, damit ich Barbarin etwas Zivilisation  mit bekomme. Es scheint mir ein wenig, als ob man hier als Ausländer wie ein ahnungsloses Kind wahrgenommen wird, das man erstmal für die Welt da draußen vorbereiten muss… Im Moment genieße ich noch ein wenig die Bemutterung und freue mich auf weitere Abenteuer in meinem chinesischen Alltag.

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10 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Christina
    Feb 28, 2011 @ 13:55:22

    Da erinnere ich mich an die unglaublich leckere und von mir heiß geliebte Wantan-Suppe um 80 Cent!
    Wie gerne würde ich jetzt mitessen! 😀

    Antwort

  2. Ozeki
    Feb 28, 2011 @ 21:37:12

    hallo, hast du japan jetzt ganz den rücken gekehrt ? und warum der wechsel ?
    ich persönlich würde nicht japan gegen china austauschen, aber im bekanntenkreis hat sich im februar auch jemand nach peking aufgemacht, die geschmäcker sind halt verschieden. auf jeden fall alles gute am neuen ort und ich hoffe ganz eigennützig das es bei den vielen schönen blogeinträgen bleibt.
    christian

    Antwort

  3. Token
    Mrz 01, 2011 @ 10:17:02

    schön, dass es wieder mehr bei dir zu lesen gibt. Egal, wie du dich entscheidest – ich werde deinen Blog weiterhin gespantn wieter verfolgen! 😀

    Antwort

  4. Chisick
    Mrz 02, 2011 @ 01:12:25

    Sind Umrechnungskurse nicht nur was fuer Touristen?

    Antwort

    • sakurasky
      Mrz 03, 2011 @ 09:55:59

      Stimmt! Wahrscheinlich muss ich erst mein erstes Gehalt in RMB erhalten, bevor ich anfange in lokaler Währung zu denken… 😉

      Antwort

  5. Dirk
    Mrz 03, 2011 @ 15:45:50

    Sie bleibt in China. Schaut doch nur den neuen Titel der Seite an „Sakura Sky: Mein Leben in Asien“ Nicht mehr Japan (schnief)

    Wenn es mir nach gehen würde, würde ich eine Petition verfassen, das sie in Japan bleibt. Ich hatte schon mit Japanisch zu lernen angefangen und Salsa, damit ich dort besser Chancen habe, um ihr Herz zu erobern.
    Ne, aber China tu ich mir nicht an.

    LG

    PS: In China gibt es bestimmt keinen Salsaclub bäääh 🙂

    Antwort

  6. hitoshi
    Mrz 04, 2011 @ 10:50:03

    Ich wuensche Dir viel Spass und viele Erfolg im neuen Land!

    Eigentlich fuehlte ich mich in Japan nicht genug gross fuer dich. Ich schlage vor, den Titel, ,,Mein Leben auf der Erde“. Oder vielleicht ist die Erde auch nicht genug gross fuer Dich?

    Hitoshi

    Antwort

  7. Lin Dai
    Mrz 04, 2011 @ 16:40:13

    hmm?? wo ist mein Beitrag?

    Antwort

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