Fledermaus am Stiel

Um die Frage zu beantworten, was ich denn überhaupt in Peking treibe: wenn alles gut läuft, werde ich vielleicht hier für ein paar Jahre arbeiten. Allerdings bin ich momentan noch etwas hin- und hergerissen zwischen einer interessanten Stelle in Japan oder eben vor Ort in China und gerade in den Endverhandlungen. Genaueres kann ich noch nicht verraten, aber bald gibt es ein Update bezüglich der Entscheidung.

Ich glaube in den letzten 4 Tagen bin ich mehr gelaufen als in den letzten 4 Wochen zusammen. Heißer Tipp für alle zukünftigen Pekingreisenden: gutes Schuhwerk mitnehmen, denn Peking ist RIESIG! Vor allem, wenn man wie ich hauptsächlich mit Chinesen unterwegs ist, die nur selten auf die Idee kommen,  2 – 3 Euro für eine teure (?) Taxifahrt auszugeben, sondern lieber den Bus oder die U-Bahn nehmen (da kostet eine Fahrt nämlich schlappe 20 Cents). Aber so lerne ich zumindest die Stadt gut kennen. 😉 Heute beispielsweise habe ich zum ersten Mal Fledermäuse, Seesterne und sich noch bewegende Skorpione am Spieß an Garküchen am Straßenrand gesehen. Einige chinesische Touristen haben die sich noch im Todeskampf windenden Insekten voll morbider Faszination mit ihrem Handy gefilmt. Mir war da eher nur nach schnellem Weiterlaufen, obwohl der Garküchenchef mich mit „Scorpions! Scorpions!“- Rufen zu einem kleinen Snack aufmuntern wollte.

Sonstiges Highlight des Tages: ein ca. 90-Jahre alter Chinese, der geruhsam mit seinem Pekinesen-Schosshund die Straße runter schlurfte. Ein Bild für die Götter oder zumindest einen Pekingreiseführer!  Leider habe ich mich nicht getraut zu fotografieren, wäre wohl doch etwas unhöflich gewesen.

Lektion des Tages: Chinesen haben den gleichen Hochsteckfrisurfetisch wie die Japaner. Während nämlich in Europa eher die wallenden Mähnen gut ankommen, scheint man im Fernen Osten unglaublich auf die Zuschaustellung des Nackens zu stehen. Heute habe ich mal meine Haare nicht wie gewöhnlich offen, sondern hochgesteckt getragen und wurde gleich auf dem Weg aus dem Hotel von einem Zimmermädchen und später an der Rezeption mit „piaolang“! (Wie schön!) Komplimenten bedacht. Außerdem hat mich auf der Straße ein Chinese angequatscht, der allerdings nur Mandarin sprach und sehr traurig schaute, als ich ihm zu verstehen gab, dass leider meine Sprachkenntnisse für einen Flirt nicht ausreichen würden.

Aber das mit der Hochsteckfrisur sollte man sich merken… 😉

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4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Christina
    Feb 23, 2011 @ 16:19:31

    Na hät ich das das früher gewusst mit der Hochsteckfrisur. ;-D
    Ich glaube es sind beides sehr interessante Länder und ich bin gespannt, was sich für dich ergibt. Ich drücke dir die Daumen, dass du das bekommst, was du auch willst. 😉

    Antwort

  2. Regina
    Feb 24, 2011 @ 08:25:33

    Peking?!? Ich sag mal: Auch nett! 🙂
    Und auch da komm ich dich besuchen! 😉

    Antwort

  3. Higanbana
    Feb 25, 2011 @ 05:38:25

    Ich hatte gerade letzte Woche mit einem aelteren Japaner gesprochen, der mir wirklich vieeeeel beigebracht hatte. Und er hatte zufaelligerweise das mit dem Nacken auch angesprochen: Da durch die traditionelle Kleidung in Japan (die ja auch ihre Urspruenge in China hat) die Brust, DAS westliche Symbol fuer Attraktivitaet bei Frauen, weggedrueckt und so gut wie nicht sichtbar ist, hat sich dieser fuer Maenner anscheinend unwiderstehliche Ort auf Nacken und Huefte verschoben. Daher gilt ja beim japanischen Kimono „je weiter der Kragen vom Nacken der Frau entfernt ist, desto sexyer wirkt es. “ (Man vergleiche Maiko (junge Geisha) vs. aeltere (verheiratete) Frauen. Und bei Maennern ist ueberhaupt kein Abstand mehr. )

    Wenn ich jetzt das lese, was du ueber China sagst, verbluefft mich das nach dem Vortrag vom Sonnabend ueberhaupt nicht mehr, auch wenn ich jetzt doch nicht damit gerechnet haette, dass sich die Kulturen in dem Bereich doch noch so aehneln.

    Ich druecke dir die Daumen, dass du die fuer dich richtige Entscheidung triffst.

    Fallst du je mal tiefere Flirterfahrungen machen solltest und sie nicht zu intim sind, dann erzaehle bitte mehr davon. Wenn man diesem Manga ueber die Sprachschule in Japan trauen darf, dass muss Flirten in China wohl ziemlich „blumig“ und „poetisch“ sein. Zumindest, wenn es direkt von Chinesen ins Japanische uebersetzt wird.

    LG

    Antwort

  4. Nymaas
    Feb 26, 2011 @ 11:00:32

    Als du den Satz mit „Heute beispielsweise habe ich zum ersten Mal Fledermäuse, Seesterne und sich noch bewegende Skorpione am Spieß an Garküchen am Straßenrand…“ begonnen hast, dachte ich, das endet mit dem Verb „GEGESSEN“… War ich erleichtert, als du „gesehen“ geschrieben hast *puh* Das fände ich schon seeehr mutig, muss ich sagen.

    Andere Länder – andere Sitten, aber manchmal…

    Antwort

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