Deutsche Brotspezialitäten

In Tokyo muss man kaum auf westlichen Spezialitäten verzichten und findet mittlerweile sogar direkt neben unserem Büro einen Bäcker, der „Berlinar Landbrot“ anbietet. 😉

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9 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. higanbana
    Nov 09, 2010 @ 05:21:45

    Wie schmeckt es denn? Ich habe leider oft die Erfahrung machen muessen, dass sie zwar oft aehnlich aussehen, aber die wesentlichsten Aspekte fehlten: kein saeuerlicher (Sauerteig-)Geschmack, pappiges, luftgefuelltes Innere und eine Kruste so trocken, wie sie Brot hat, das eine Woche frei umlag.

    Erstaunlicherweise habe ich ein Brot in der tiefsten Provinz entdeckt, das von den eingebackenen Trockenfruechten und Nuessen mal abgesehen eine ziemlich gute Imitation von deutschem Mischbrot sowohl in Geschmack als auch im Kaugefuehl darstellt. Schade, dass der Laden so weit weg ist und man das Brot doch nur 2-3 Mal im Jahr essen kann.

    Antwort

  2. obi
    Nov 09, 2010 @ 08:18:17

    Was mich immer wieder Wundert: So viele in Japan „meckern“ dass es kein richtiges Brot dort gibt und es auch schwer zu finden sei.

    Doch wenn man so unbedingt auf das Brot nicht verzichten will: Wo liegt das Problem es einfach mal selber zu backen ? Die Zutaten dazu sollte es sicherlich auch so in Japan dazu geben, ein Riesen Aufwand ist es auch wieder nicht. Ich als Koch fauler Mann mach mir sogar ab und zu die Arbeit weil es einfach genial schmeckt frisch aus dem Ofen so was zu verschlingen 😉

    Also lieber sich mal am WE die Zeit nehmen und schon sieht die heile deutsche Welt in Japan doch schon viel besser aus.

    Antwort

  3. sakurasky
    Nov 10, 2010 @ 02:40:38

    Bezüglich Geschmack: ja, tatsächlich scheinen die hiesigen Bäcker einen anderen Sauerteig zu verwenden und das Brot schmeckt oft nicht so „intensiv“. Die Kruste ist nur mäßig knusprig, aber insgesamt als Ersatzbrot doch recht akzeptabel.

    Ich denke, die meisten Japaner backen selbst nicht, weil oft die Wohnungen bzw. Küchen – wie meine auch – keinen richtigen Backofen haben. Den vermisse ich hier schon, weil ich z.B. nicht mal Weihnachtsplätzchen backen kann. Stattdessen habe ich hier unter dem Herd einen Fischgrill und einiges an Stauraum.

    Antwort

  4. higanbana
    Nov 10, 2010 @ 06:34:30

    Dem kann ich nur zustimmen. Mein „Ofen“ ist nur meine Mikrowelle, die sogar vorne noch schwaecher baeckt als hinten, dass ich selbst bei Minikuchen nur maessig befriedigende Resultate hinbekomme. Desweiteren ist das Mehl ein Problem, weil es irgendwie anders ist. Und von Roggenmehl mal ganz zu schweigen, selbst wenn man den 5er im Lotto haben sollte und findet es mal, so wird z.B. das Brot trotzdem nicht dunkel und duftet nicht.

    Ja, ich habe mal ne Zeit auch mit einem Brotautomaten gebacken, bis der seinen Geist aufgegeben hatte, aber trotzdem ist Hefe und Essig kein wirklicher Ersatz fuer schoenes, duftendes, noch warmes Brot aus einer deutschen Baeckerei. Und selbst eine original deutsche Backmischung im Backautomaten wird trotzdem kein deutsches Brot mit dieser absolut genialen Kruste.

    Bloss mal ne Frage am Rande, warum darf man das, was man frueher taeglich gegessen hat, nicht auch vermissen?

    Antwort

  5. obi
    Nov 10, 2010 @ 08:40:33

    Ah ok, dass in Japan bzw. in den Städten platzmangel herrscht war mir klar, aber dass es so extrem ist und man in der Regel nicht mal einen ordentlichen Backofen hat wusste ich jetzt nicht. Ohne natürlich eher ein Ding der Unmöglichkeit wenn man sich keinen extra Automaten dafür kauft.

    War nur so ein Aspekt an den ich immer dachte wenn ich solche Beiträge lese, ist ja nicht dass erste mal dass so was in einem Blog angesprochen wird.

    Natürlich darf man Brot vermissen.

    Antwort

    • higanbana
      Nov 11, 2010 @ 06:01:10

      @Obi

      Das Problem ist nicht unbedingt ein Platzproblem, sondern die fehlende Tradition fuer hauseigene Backoefen. Brot in dem Sinne gibt es halt noch nicht so lange, und so in der Menge wie in Europa wird es nicht gegessen, dass auch so nie die Notwendigkeit bestand, sich so etwas zuzulegen. Ausserdem ist hier der Standard ein duenner Gasofen, der sich meines Erachtens direkt aus der Tradition der holzbeheizten KAMA entwickelt hat, so dass man nie auf die Idee gekommen ist, den auf einen grossen Gasbackofen wie bei dem alten meiner Oma zu setzen. Kama hatte man ja auch nur zum „Aufheizen“ von Toepfen benutzt.

      Ja, wenn man will, dann kann man sich auch Ofen kaufen. Aber selbst in Eigentumswohnungen sind europaaehnliche Einbauoefen hier i.d.R. Optionen um die 200-250.000 Yen (2000 Euro), dass man sich schon ueberlegt, ob man so ein Teil wirklich braucht oder nicht. Und die Frau unter uns hatte auch einen separaten. Aber auch wenn sie mir den Preis nicht verraten wollte, so war das gewiss nicht billig. Und ausserdem ist das Teil so gross gewesen, dass man sich in einer 4-6 Tatamimattenkueche (6-9 m2) wirklich gut ueberlegen musste, wo man so ein Riesenteil hinstellen will. Ihres stand dann auf einem verschiebbaren Regal mitten in der Kueche, dass dann nach Bedarf von einer Ecke in die andere geschoben wurde.

      @Michael
      Ja, da kann ich dir zustimmen. Mein Mann isst zwar deutsches Brot, aber so richtig kann er sich nur fuer Broetchen begeistern. Trotzdem wird deutschem Brot oft unrecht getan, hier wird mir staendig von Leuten, die das noch nie gegessen haben, erzaehlt, wie KATAI (hart) deutsches Brot doch sei. Dabei hat es einfach nur viel mehr HAGOTAE (bissfest). Aber da die Idealkonsistenz von Essen fuer Japaner fluffigweich bis zerlaufend ist (fuwatto shiteru oder shita ni tokesou da) ist, passt das natuerlich nicht rein.

      Aus meinen Erfahrungen mit japanischen Geschmacksvorstellungen haetten meines Erachtens nur (weisse) Broetchen, Weissbrot und gewisse Kuchen und Torten eine Chance, angenommen zu werden. Oder man macht Laeden auf, die Auslaender als Zielgruppe haben. Daher war ich so ueberrascht, so ein deutschaehnliches Brot weit, weit ab jeglicher Auslaenderhochburg zu finden.

      Was den Backautomaten betrifft, also mit dem Mixen hatte mein Automat keine Probleme, das Problem ist dann eher, dass der Ofen nicht dazu gebaut ist, wirklich ne Kruste zu schaffen, die doch essentiell fuer deutsches Brot ist. Die Seiten bleiben trotzdem irgendwie weich. Wahrscheinlich haette es die besten Ergebnisse gebracht, wenn man den Teig rausgenommen und extra gebacken haette. Aber dafuer muesste man mal einen Ofen haben…

      @Hiroshi
      Es ist jetzt voellig off topic, aber dein Vergleich von Amaterasu Oomegami in einer Furisode zu Zeus im Anzug war genial. Und du hast ja so recht. *lach*

      Antwort

  6. Hitoshi
    Nov 10, 2010 @ 09:59:56

    Das ist meine taegliche Brot. So, das heisst Landbrot. Meine Baeckerei
    zeigt es als Roggenmischbrot (oder ist das anderes?). Ich
    missverstanden das als Regenmischbrot fuer lange Zeit von Handschrift des Laden. Die
    Frau des Laden sagte mir einmal: „Sie haben eine schlechte Aussprache,
    ich kann Sie gar nicht verstehen.“ Das ist nett. Jetzt kann ich ueben
    die Aussprache jede Woche in der Baeckerei und ich habe auch Brot.

    Antwort

  7. Michael
    Nov 11, 2010 @ 03:29:32

    Der fehlende „ordentliche“ Ofen behindert schon bei vielen kulinarischen selbermachen Sachen.
    Ich hatte das Glueck einen elektrischen Ofen mit 4 Staeben (2 oben 2 unten) zu finden der gross genug fuer Sachen bis 20-25cm. kann sogar ober und unterhitze und hat „Umluft“.
    Aber die fehlende groesse macht sich gerade beim Brotbacken bemerkbar.
    Broetchen ja, Brotleib, nein.
    Brotbackautomaten hier bringen mit dt. Teigen auch nicht wirklich gute Ergebnisse (zu schwer zum mixen).

    In Tokushima gibt es einen Baecker dessen Grossvater das Backen bei einem Deutschen Kriegsgefangen Baecker „zufriedenstellend“ (lt. Zeugnis an der Wand) gelernt hat. Und ja es schmeckt!

    In Fukuoka gibt es ein Dame die ihre komplette Ausbildung in Deutschland gemacht hat um danach ein Geschaeft hier in Japan zu eroeffnen.
    Leider musste sie mangels Kunden scliessen obwohl von optik und Auslage haette der Laden auch in Deutschland oder Oesterreich gut gepasst.

    Viele Japaner die ich traf, fanden deutsches Brot zu hart/zaeh und stark im Eigengeschmack. (faellt was auf?)

    Antwort

  8. Jack
    Nov 14, 2010 @ 01:54:41

    Hallo,
    hier gibt es nähere Info’s zu richtigem deutschen Brot.

    http://hgm65.over-blog.com/article-deutsche-backerei-40831751.html

    Original vom deutschen Bäcker gebacken. Der Kompromiss ist, dass er es in eine Tüte packt und somit die Kruste nicht mehr cross ist.
    SG Jack

    Antwort

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