In der Stadt der zahmen Rehe

Am kommenden Montag ist in Japan ein Feiertag, was uns ein langes Wochenende beschert. Noch halb im Reisefieber von meinem Aufenthalt in Beijing letzte Woche, kam es mir einfach zu schade vor, die 3 Tage lang nur in Yokohama zu verbringen und so bin spontan nach Nara gefahren. Nara war in den Jahren 710 – 784 nach Christus sogar die Hauptstadt Japans, ist heutzutage allerdings eher für seine Rehe und alte Tempel bekannt. In den Parks der Stadt sollen angeblich 1300 zahme Rehe leben, die sich von den Touristen streicheln und vor allem gerne 鹿せんべい (Shikasensei = Rehkekse) füttern lassen. Sobald ein Tourist es wagt, eine Portion Shikasensei zu kaufen, wird er von allen Seiten von den Tieren bestürmt, die manchmal etwas freundlicher nur mit dem Kopf nicken, teilweise aber auch recht fordernd den Keksausteiler stupsen, damit dieser ihnen ihren rechtmässigen Teil abgibt. Im Laufe des heutigen Vormittags habe ich wohl von allen 1300 Rehen mindestens ein Foto geschossen und nach meiner Rückkehr nach Yokohama werde ich die schönsten Bilder posten.

Ich übernachte übrigens in einem richtig gemütlichen Hostel (siehe Foto oben), das pro Nacht nur 2500 Yen (ca. 22 Euro) kostet. Besonders gut gefällt mir, dass die Herberge in einem traditionellen japanischen Haus eingerichtet wurde und nicht wie so oft in einem hässlichen Betonklotz. Wenn ich alleine verreise, finde ich Hostels und Jugendherbergen am angenehmsten, weil man dort automatisch Anschluss zu anderen Reisenden findet. Gestern Abend habe ich mich beispielsweise mit einem Franzosen unterhalten, der seit 15 Jahren in Berlin lebt, jetzt aber mit seiner japanischen Freundin nach Nagano umziehen möchte und einem taiwanesischen Pärchen, das recht überrascht war als ich erwähnte, dass ich auch mal in Taipei gelebt habe.

Hier übrigens der Link des Hostels: http://yuzanguesthouse.com/ENGLISH/yuzanguesthouse-english.html

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4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. obi
    Okt 10, 2010 @ 13:57:02

    Sieht wirklich gemütlich aus wenn man sich die Homepage anschaut.
    Hab auch schon von den Rehen gehört bzw. in paar Dokumentationen wurden sie auch angesprochen.

    Wobei ich sagen muss dass es zwar auf einer Seite schön ist und sicherlich faszinierend aber dennoch ich es nicht 100% gutheißen kann. Hat schon seinen Sinn warum sogar bei uns bei Teichen steht „Bitte nicht füttern“.

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  2. Higanbana
    Okt 13, 2010 @ 01:36:12

    Vielleicht solltest du deinen Artikel dahingehend aendern, dass Nara nicht die Stadt der Rehe, sondern der Hirsche ist. Auf Deutsch Sikahirsche. Mit Rehen haben sie wirklich gar nichts zu tun.

    Obi, erstaunlicherweise sind die Tierles so darauf trainiert, dass sie nur kommen, wenn sie sehen, dass Touristen von den OBASANs dort Kekse kaufen. Dann kommen sie und fordern sie ein. Sonst ignorieren sie die und alles andere auch. Und mit dem Verkauf dieser Kekse finanziert die Stadt auch den Unterhalt der Tiere. Oder zumindest einen Teil der Kosten.

    Die einzige Ausnahme ist wohl die Paarungszeit, wo die Hirschlein aggressiv werden und man ihnen deshalb die Hoerner abschneidet. Nur gut so, denn unsere Kleine (damals 1j 8m) ist am Heiligabend von einem Hirsch rumgestossen worden. Aber da er kein Geweih hatte, ist nichts weiter passiert, nicht einmal ein blauer Fleck auf der Brust.

    Antwort

  3. Hitoshi
    Okt 19, 2010 @ 20:01:16

    鹿せんべい.懐しい.
    Sind die Rehe noch Verbeugung vor dem Essen?
    Hitoshi

    Antwort

  4. reader
    Nov 02, 2010 @ 21:56:29

    haha.

    Ich bin gestern von meiner 1 Monatigen Japanreise zurück gekehrt. Ich habe am 8+9 Oktober (eintag vor dir) genau im gleichen Hostel übernachtet. So ein zu fall.

    Ich stimme absolut zu das Hostel ist eines meiner Lieblinge in Japan nahe das Bahnhofs und im schönen japanischen Still!

    Vor längerem Hast du einmal einen Artikel darüber geschrieben, dass du auf dem WC gebeten wurdest, das Klopapier zu einem 3-Eck zu falten.
    Dies konnte ich dann auch bei machen WC entdecken und habe es dann natürlich auch gemacht!
    Ich konnte deinen Erfahrungen aus dem Blog wirklich für meine Reise nutzen. Danke!

    Antwort

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