Eindrücke aus Beijing

Es wird in den letzten Jahren viel über China als aufstrebende Wirtschaftsmacht berichtet, doch erst wenn man selbst vor Ort reist, erlebt man das unglaubliche Tempo der dortigen Entwicklungen am eigenen Leib. Das letzte Mal war ich im Frühjahr 2007 in Beijing und in den drei Jahren bis heute hat sich die Stadt so gewandelt als ob mindestens ein Jahrzehnt vergangen sei. Sicher haben dazu auch die Olympischen Spiele einen entscheidenden Beitrag geleistet und quasi über Nacht entstand z.B. nicht nur ein nagelneuer Flughafen  sondern hat sich auch der Smog plötzlich gelichtet, so dass man nun ganze Tage mit Sonnenschein und blauem Himmel genießen kann. Beeindruckend und ein wenig beängstigend ebenfalls das unglaubliche Selbstbewußtsein der jungen Chinesen, die mittlerweile ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass ihr Land in den nächsten Jahren mindestens die Relevanz der USA haben und eine politische Führungsrolle in der Welt übernehmen wird – wobei oft ein Unterton kultureller Überlegenheit gegenüber dem Westen mitschwingt. Tatsächlich bleibt einem als Besucher gegenüber der Bandbreite der chinesischen Zivilisation(sgeschichte) gerade in der Kulturstadt Peking oft nur das Staunen übrig: sowohl was die historischen Bauten betrifft bis hin zu Alltagserfahrungen wie der schier unüberschaubaren Küche (Seepferdchensuppe gefällig?) und nicht zuletzt der unglaublichen Gastfreundschaft der Chinesen, die sich für ihre ausländischen Besucher scheinbar überschlagen. Einerseits ein Land mit enormen Potential – auf der anderen Seite versucht man immer noch vergeblich, im Internet Facebook oder WordPress-Seiten zu erreichen, hat der Smog sich zwar gebessert, doch ist die Umweltverschmutzung noch allgegenwärtig und selbst am Flughafen ist keinerlei internationale Presse erhältlich (von der harmlosen Vogue mal abgesehen). Man reist wieder ab mit dem Gefühl, wirklich nur an der Oberfläche gekratzt zu haben, was sich in China in den nächsten Jahren noch abspielen wird. Für Japan wird es sicher eine der wichtigsten Herausforderungen werden, sich friedlich und konstruktiv mit diesem Nachbarn zu arrangieren und ich hoffe, dass vorallem seine Jugend sich gut auf die im wahrsten Sinne des Wortes riesige Konkurrenz vorzubereiten vermag.

Unterhaltsam sind in Beijing auch die Parks, in denen sich viele Gruppen für unterschiedliche Aktivitäten treffen, z.B. Tanz oder Taichi.

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