Wochenend-Erleuchtungen

Dieses Wochenende wird ein sehr japanisches: und zwar werde ich an einem Zen-Wochenende des Sojiji-Tempels in Tsurumi in der Nähe von Yokohama  teilnehmen. Dieser Tempel bietet regelmäßig für Interessenten Zen-Meditations-Veranstaltungen an, wobei allerdings die Teilnahme aufgrund der vielen Anmeldungen ausgelost wird. Diesmal hatte ich Glück und erhielt gestern eine Postkarte mit der Nachricht, dass ich dabei sein darf. Ein echter Neuling bezüglich des Tempellebens bin ich nicht, da ich bereits während meines ersten Aufenthalt in Japan vor einigen Jahren 2 Monate in einem buddhistischen Tempel in Iwate im Norden von Honshu verbracht habe. Allerdings war damals mein Japanisch noch so miserabel, dass ich von den Erklärungen der Mönche sehr wenig verstand und mich nur an ihrem Anblick erfreute, wenn sie mal wieder in voller Mönchskluft in einem sonst leeren Tatamiraum voller Konzentration auf ihrem Laptop klimperten. Ein Bild für die Götter, auch wenn es diese streng genommen im Buddhismus ja nicht gibt. 😉 Jedenfalls bin ich gespannt, wieviel ich diesmal kapieren werde. Da die Ausschreibung auf der Webseite (NATÜRLICH hat der Tempel seine eigene Webseite:  http://www.sojiji.jp/) komplett auf Japanisch ist, vermute ich mal stark, dass ich dort die einzige Ausländerin sein werde.

Auf dem Programm stehen übrigens Zenmeditation, Vorträge über Buddhismus, vegetarisches Essen und natürlich die Übernachtung im Tempel, die ich immer als ein tolles Erlebnis empfinde. Nicht ganz so fantatisch finde ich, dass wir am Sonntag schon um 4 Uhr nachts aus den Federn (bzw. den Futons) müssen, da es dann gleich mit Morgenmeditation und Otsutome (Arbeit im Tempel, z.B. putzen etc.) losgeht. Aber was tut man nicht alles für ein wenig Wochenend-Erleuchtung!

Interessant fand ich auch, dass wir darauf hingewiesen wurden, während des Wochenendes keine Schminke oder Parfüm zu benutzen (denn der Duft könnte den Nebensitzenden von seiner Meditation ablenken) und auch keine Wertgegenstände wie Armbanduhren, Handys etc. mitzunehmen. Dies bedeutet also leider, dass ich wohl ein paar Tage ohne mein heißgeliebtes Iphone leben muss, aber andererseits würde ich wohl sowieso nie und nimmer auf diesen Blog Fotos von mir hochladen, die mich ungeschmickt morgens um 4 Uhr zeigen… 😉

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Ein Kommentar (+deinen hinzufügen?)

  1. anonymous
    Sep 07, 2010 @ 08:38:40

    Glückwunsch, dass Du gezogen wurdest. Eine erholsame Zeit zu wünschen ist wohl nicht angebracht, denn es _soll_ ja sogar anstrengend werden, oder? 😉

    Jedenfalls hoffe ich, dass Du viel aus den Tagen mitnehmen können wirst.

    Antwort

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