Die etwas bizarre japanische Cafékultur

Diese Woche hatten wir Besuch aus Shanghai und da wir diesem einmalige Einblicke in die japanische Kultur ermöglichen wollten, haben sich ein Arbeitskollege und ich einen besonderen Programmpunkt einfallen lassen. Tatsächlich ist es nämlich schwierig, Besuchern aus China  etwas Außergewöhnliches zu bieten aufgrund der Tatsache, dass sie beispielsweise mit für die Westler „exotischen“ Sehenswürdigkeiten wie Tempeln usw. nicht hinter dem Ofen hervorzulocken sind. Wirklich nur in Tokyo gibt es jedoch die etwas ausgefallene „Café-Kultur“ zu erfahren, d.h. Cafés mit besonderem Unterhaltungswert, z.B. Neko-Kissa (Cafés, in denen man mit Katzen spielen kann), Inu-Kissa (gleiches Konzept mit Hunden), Maido-Kissa (hier ist die Bedienung als „europäisch“ verkleidete Hausangestellte/Zofen (?) verkleidet ist – siehe Foto oben), Shitsuji-Kissa (Butler-Cafés) und Ikemen-Kissa (Cafés, in denen die Bedienung ausschließlich aus attraktiven Männern besteht).

Unseren chinesischen Besuch haben wir also in ein Maido-Kissa namens „Mahogakuin“ in Ikebukuro mitgenommen, dessen Thema „Zauberschule“ ist. Als Gast soll man an einem Art Rollenspiel teilnehmen, dass darin besteht sich vorzustellen, man sei wie alle Bedienungen des Cafés, welche übrigens durchweg leicht aufreizende, an Harry-Potter-erinnernden Uniformen, tragen, ein Schüler der Zauberschule. Man muss sich dann einen Zaubernamen ausdenken und wird von den Bedienungen mit allerlei kindischen Spielereien und Zaubertricks unterhalten. Geschätzter notwendiger IQ: Niveau eines 3-jährigen. Ach ja, der Zucker wird einem auch von den Bedienungen direkt am Tisch mit viel Liebe in den Kaffee gerührt. Das wirklich erstaunliche an dieser Art des Zeitvertreibs ist, dass es tatsächlich ausreichend (Stamm)-Gäste zu geben scheint, um solche Läden – anscheinend profitable – am Leben zu halten. In sofern ist der halbe Spaß tatsächlich, die oft wunderlichen anderen Gäste zu beobachten, welche ganz in ihrem Element zu sein scheinen. Leider durften wir im Café keine Fotos machen, doch wer mal vorbeischauen möchte, hier ist der Link (Es empfiehlt sich allerdings, eine japanische Begleitung mitzunehmen, da die Mädels alle kein Wort Englisch sprechen):

http://www.afilia.jp/cafe/Members.html

Unsere chinesischen Gäste haben sich übrigens gut amüsiert, aber ich wage zu bezweifeln, dass sie zu Stammkunden werden… 😉

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. obi
    Aug 14, 2010 @ 07:48:01

    Das es ist genug Gäste gibt denk ich sollte in Japan einen nicht wundern, gibt ja genug Anime „Nerds“ die auf solche Sachen stehen, cosplay life die sicherlich einige Männerträume näher kommen lassen. Das Geschäft macht sicherlich auch gut einnahmen wenn man bedenkt das es einige solcher Cafés dort gibt.

    Hier sind btw die Bilder: http://www.afilia.jp/cafe/PictureOfInside.html

    Antwort

  2. Julia
    Aug 14, 2010 @ 11:50:59

    Haha, das ist ja kurios!

    Antwort

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