Happy Thanksgiving! & Jobsuche in Japan

 

Pünktlich zu Thanksgiving diese Woche wolle ich euch einen sonnengebräunten Truthahn nicht vorenthalten… 🙂 Apropos Truthahn: das Titel des Stückes, zu dem ich momentan eine Tangochoreographie einübte, heisst übersetzt auch „Truthahn“. Mein Tangolehrer meint, das Lied passe perfekt zu mir. Naja, mir wäre dann doch sowas wie „Der Pfau“ oder zumindest „Das Rotkehlchen“ lieber gewesen…  Anfang Dezember werden wir wohl mit dem Stück fertig, werde dann das Video posten und könnt ihr euch selbst mal eine Meinung bilden.

Aber zu einem anderen Thema: Eine meiner Leserinnen hat erwähnt, dass sie sich dafür interessiere, wie man als Deutsche in Japan einen Job finden kann. Ich denke mal, dass gerade viele der jungen Manga- und Animefans in Deutschland gerne mehr zu dieser Frage wüssten, deshalb wollte ich mal kurz ein paar eigene Eindrücke posten. Zuallererst muss ich leider sagen, dass für Deutsche die Berufs- und Jobmöglichkeiten in Japan ohne Sprachkenntnisse extrem beschränkt sind. Viele Amerikaner und sonstige English Native Speakers können immer noch recht problemlos einen Job als Sprachlehrer ergattern. Allerdings kriegt man diese Jobs als Nichtmuttersprachler nur ausgesprochen selten, weil einfach schon zu viel Konkurrenz den Markt überschwämmt hat. Man kann sein Glück natürlich als Deutschlehrer versuchen, aber leider gibt es dafür nur einen Bruchteil der Nachfrage und Vollzeitstellen sind sehr rar gesäht.

Aus meiner Perspektive macht es außerdem wenig Sinn, „nur“ Japanologie zu studieren. Sicher ist dies ein anspruchsvolles Studium, aber Fakt ist, dass die meisten Unternehmen – sofern man in einer Firma und nicht an der Uni arbeiten möchte – neben den Sprach- und Kulturkenntnisse noch eine weitere Basisqualifikation verlangen. Ich selbst habe übrigens BWL studiert und nebenher Japanisch gelernt, was sich im Nachhinein als eine gute Kombi erwiesen hat. Wer also auf der (relativ) sicheren Seite sein will, sollte ein hartes Fach à la BWL, Ingenieurwissenschaften, Informatik, Chemie etc. studieren und dann noch die Sprache draufsetzen. Dann ergeben sich interessante Möglichkeiten in Schnittstellenfunktionen, z.B. der Koordination von Geschäftsaktivitäten europäischer Unternehmen in Japan oder japanischer Firmen in Deutschland. Allerdings weiss ich wohl, dass sich viele nicht mit den harten Fächern anfreunden können und ich würde nie jemanden dazu raten, etwas zu studieren, was ihr oder ihm keinen Spaß macht oder zumindest ansatzweise interessiert. Natürlich kann man sich auch in Japan seine „Nische“ als Spezialist jeder Art schaffen – sogar als Mangazeichner oder -Übersetzer, wie es wohl der Traum vieler junger Japanfans in Deutschland ist! Allerdings muss man sich klar machen, dass gerade für solche Nischen Top-Sprachkenntnisse und Branchenkontakte unabdingbar sind. Meiner Erfahrung nach sind persönliche Kontakte oft sogar noch wichtiger als die tatsächliche Qualifikation (überall auf der Welt, wohlgemerkt. Ein super Buch zu diesem Thema: Never eat alone)! Um beides zu erlangen, führt an einem längeren Japanaufenthalt (mindestens 1 Jahr, besser 2 oder mehr) nichts vorbei. Kanjis pauken dauert einfach seine Zeit und vor Ort kann man am besten herausfinden, welche Möglichkeiten tatsächlich existieren. Wenn sich also die Chance ergibt, unbedingt hier studieren, Praktikum machen oder mit Working Holiday Visum herkommen. Soviel für heute als erstes Feedback, werde demnächst nochmal etwas  genauer zum Thema Jobsuche schreiben.

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Ein Kommentar (+deinen hinzufügen?)

  1. Arina
    Nov 29, 2009 @ 17:21:11

    Wow, der Beitrag war jetzt wirklich interessant.
    Ich möchte später auch ein Jahr (oder länger?!) in Japan verbringen, aber ich habe mich nur oberflächlich informiert, deshalb ist das schon mal eine Menge an Informationen. 🙂
    Ich versuche momentan noch ein Stipendium für einen Schüleraustausch zu erhalten, daher mache ich mir noch nicht allzu große Gedanken um später. Kann ja alles mögliche passieren, vielleicht gefällt es mir auch plötzlich nicht, kann ja sein.

    Ansonsten, wenn jemand Japanologie studieren will und damit nach Japan will, wäre eine intelligente Verknüpfung der Fächer wohl die einzige Möglichkeit auch langfristig dort zu bleiben…

    Antwort

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