Bitte breiten Sie Ihre Zeitung nicht aus!

Wie ich bereits schon mehrmals geschrieben habe, halten sich die Japaner allgemein sehr vorbildlich an Umgangsformen, was den Alltag recht angenehm gestaltet. Allerdings kommt dies nicht von ungefähr, weil man auch an jeder Ecke daran erinnert wird, was man bitte zu tun und zu lassen hat. Hier eine Auswahl der Verhaltensregeln für die Benutzung der Ubahnen in Tokyo, welche an jeder Haltestelle aushängen, so dass man einer richtigen Gehirnwäsche unterzogen wird. 🙂

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Bitte nicht in der Bahn schminken!!! (Wobei ich sagen muss, dass ich die Frauen bewundere, die in der fahrende Ubahn makellos ihre Wimperntusche auftragen können, ohne sich dabei die Schminke auf das gesammte Gesicht zu schmieren…).

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Bitte nicht breitbeinig hinsetzen! (Wo kämen wir denn da hin?!?!)

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Bitte nicht auf dem Boden sitzen!

uchideyaro4Bitte nicht die Zeitung ausgebreitet lesen! (Gott sei Dank sind wir hier im Land des Origami und die Japaner haben tatsächlich eine witzige Technik entwickelt, ihre Zeitung in Spalten zu falten und dann so zu lesen… Klappt natürlich auch nur, weil man von oben nach unten schreibt.)

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Bitte kein großes Gepäck mit in die Bahn nehmen! (Man beachte den armen Japaner, der hinter dem Rucksack versucht, ganz anständig sein winziges Buch zu lesen… und davor die ruchlosen Reisenden, welche auch noch wagen, in der Bahn etwas zu TRINKEN und zu ESSEN!! Unerhört!)

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Die japanische Version des Ghettoblasters: Bitte darauf achten, dass man die Musik auch bei Kopfhörern leise dreht! Denn normalerweise ist es richtig still in den Bahnen hier und da könnte ein wenig Musik die meditative Ruhe stören…

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3 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Xiaoi
    Apr 15, 2009 @ 20:11:02

    Gut, dass als wir damals in Japan waren, diese Kampagne noch nicht gab und das 5. Schild nicht in der U-bahn rumhing. Sonsten hätten wir uns sicher nie und nimmer getraut, dreisterweise mit unseren 70 Liter Trekkingrucksäcken auch noch zu Rushhour-Zeit in die Tokyoer U-Bahn zu quetschen. Vielleicht hätten wir ja auch sonst tatsächlich sowas wie Schuldgefühle empfunden. Allerdings wurde es einem auch schwergemacht, sich zu schämen, wenn man sich eigentlich daraufgefasst macht, viele bösen Blicke entgegengeschleudert zu bekommen, aber letztendlich die zigtausende Anzugträger einen nur apathisch anstarren als käme man vom anderen Stern. 🙂

    Antwort

  2. Chocho
    Apr 17, 2009 @ 07:16:13

    Super Blog. 🙂
    „Uchi de yarou“ ?!? Ist das nicht ein recht rüder Umgangston für ein japanisches Unternehmen ? Oder trügt mich mein japanisches Sprachgefühl.
    Grüße Chocho

    Antwort

    • sakurasky
      Apr 21, 2009 @ 04:47:22

      Fand ich eigentlich auch… sogar schon fast zweideutig („Lass es uns zu Hause machen.“ kann ja auch anders verstanden werden….) Naja, das sind wohl die Tiefen der japanischen Höflichkeitsnuancen, zu denen wir als Ausländer nie so ganz durchdringen werden.

      Antwort

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