Kurioses aus der Bibliothek

Da ich diesen Monat sehr intensiv an meiner Dissertation arbeite, verbringe ich auch recht viel Zeit in der hiesigen Bibliothek, um ungestört arbeiten zu können. Dort habe ich auch ein paar neue Dinge über die japanische Bibliothekskultur gelernt: Geöffnet wird um 9.30 Uhr morgens, aber was macht der zivilisierte Japaner, wenn er etwas früher ankommen sollte? Natürlich gebietet es die Ordnung, sich nicht einfach irgendwo vor den Eingang zu stellen, sondern man reiht sich schon 30 Minuten vorher brav in eine Schlange ein. Wer allerdings zwischendurch mal weg muss, stellt einfach seine Tasche ab und geht. Denn wer sollte die Tasche auch wegnehmen? Einer der anderen 30 Mi0. Japaner, die hier in der Stadt rumwuseln? Auf solche Ideen kann bloß ein Ausländer kommen! Man sieht also morgens vor der Bibliothek eine schöne ordentliche Reihe von Taschen, deren Besitzer sich die Wartezeit wohl irgendwo in einem Cafe vertreiben. Natürlich sind sie aber dann pünktlich um 9.30 Uhr wieder da und betreten brav im Gänsemarsch das Gebäude. In der Bibliothek findet man jedoch Warnschilder, dass man doch bitte seine Sachen nicht unbeaufsichtigt am Platz liegen lassen sollte, weil sie sonst gestohlen werden könnten: „Bitte entfernen Sie sich deshalb nicht länger als eine Stunde von ihrem Platz!“ Wahrscheinlich würde sonst irgendwann die Putzfrau die Sachen wegräumen müssen… 🙂 Außerdem gibt es spezielle Arbeitsplätze für Leute wie mich, die z.B. einen Laptop anschließen müssen. Jedoch auch hier Informationsschilder: „Diese Plätze sind nur für Besucher ab 20 Jahren. Wir kontrollieren bei Bedarf ihren Ausweis“. Mich würde ja schon sehr interessieren, was an diesen Arbeitsplätzen nicht jugendfrei ist. Ich sage Bescheid, wenn ich es rausgefunden haben sollte… 😉

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Xiaoi
    Jan 16, 2009 @ 23:02:07

    Da herrscht ja noch Zucht und Ordnung 😀

    Antwort

  2. tonari
    Jan 17, 2009 @ 20:13:15

    Wir mussten unsere japanische Gasttochter auch erst einmal von ihrer Sorg- und Arglosigkeit befreien, was den Umgang mit Portomonaise in der Tasche betrifft. Vor jedem Weihnachtsmarktbummel, jeder Shopping-Tour noch einmal der Hinweis…

    Antwort

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