Japanischer Service 2

In Japan werden alle Wohnungen jedes halbe Jahr auf Feuersicherheit geprüft und auch bei mir stand heute Morgen die Kontrolle der Brandschutzmelder an. Ich hatte gestern mit der Verwaltung meines Apartments telefoniert und sie gebeten, dass die Kontrolleure wenn möglich recht früh, so ab 9 Uhr vorbeikommen sollen. Die Verwaltung meinte allerdings, dass es sein könne, dass sich die Kontrolleure ein wenig verspäten. Naja, jedenfalls war ich dann heute morgen in meiner Wohnung und habe gewartet. Ich rechnete damit, dass sie vielleicht so gegen 9.30 kommen, vielleicht auch später, man ist ja von deutschen Handwerkern so einiges gewohnt („Halten Sie sich bitte von 9 Uhr bis 18 Uhr bereit!“). Als allerdings buchstäblich der Zeiger meiner Uhr auf 9 Uhr umsprang, hat es im selben Moment geklingelt. Wahrscheinlich standen die Kontrolleure sogar noch ein paar Minuten vor der Tür bevor sie dann ganz korrekt um PUNKT 9 Uhr geklingelt haben. Die meiste Zeit haben sie sich eigentlich nur entschuldigt („Entschuldigung, wir betreten jetzt mit zwei Leuten Ihre Wohnung!“ „Entschuldigung, dürfte ich Ihre Balkontür öffnen?“ „Entschuldigung, dass wir sie stören, während sie sehr beschäftigt sind“ etc.). Ich sage nur: Japanischer Service!

Ein weiteres lustiges Erlebnis hatte ich, als ich neulich meine Schuhe reparieren liess. Da es leider in Japan keine Schuhe für Frauen in Größe 40 gibt, muss ich hier alles reparieren lassen, sobald mir der Absatz abfällt. Jedenfalls habe ich meine Schuhe zum Schuster gebracht und ihm erklärt, dass ich gerne neue Absätze dafür hätte. Soweit, so gut. Als ich dann schon wieder auf dem Heimweg war, kam mir allerdings der verzweifelte Schuster ganz außer Atem hinterhergerannt. Er hatte nämlich entdeckt, dass ein kleines Plastikstück von der Unterseite einer meiner Schuhe abgefallen war! Da musste er natürlich ganz dringend wissen, was er denn damit machen und ob er das auch reparieren soll… Falls ja, würde das nämlich eine Aufpreis kosten und das wollte er doch noch mit mir abklären…  🙂

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. dirksch
    Mai 08, 2008 @ 10:13:47

    Und wie lässt es sich dann als „Frau“ in einem Land leben, wenn man dort keine Schuhe kaufen kann?
    (der Albtraum einer jeden Frau)

    Antwort

  2. sakurasky
    Mai 09, 2008 @ 11:14:31

    Man muss das immer positiv sehen: ich spare hier eine ganze Menge Geld! Aber mal ehrlich, natürlich ist es mehr als ätzend, wenn man sich weder Schuhe noch Kleidung kaufen kann, weil alles bei Embryogrößen aufhört… Freue mich jetzt schon auf einen großzügigen Einkaufsbummel bei H&M, wenn ich Ende des Jahres Deutschland besuche!!

    Antwort

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