Und nun die Kirschblütenvorhersage…

Kirschblüte

Wie ja der Name dieses Blogs schon erahnen lässt, spielt in Japan die Kirschblüte (Sakura) eine ganz besondere Rolle. Momentan wartet das ganze Land gespannt auf das Knospen und man kann sogar bei der japanischen Wetteragentur als eine der Hauptlinks auf die aktuelle Kirschblütenvorhersage zugreifen: http://www.jma.go.jp/jma/indexe.html Siehe auch Bild oben.

Wir in der Tokio/Yokohama-Region können uns also dieses Jahr ab dem 31. März auf die Blüten freuen. Leider gibt es jedoch trotz der Haufenweise Kirschblütenbaume in Japan kaum Kirschen (Kirschsaft, den man in Deutschland kriegen kann, löst bei Japanern immer wieder Staunen aus). Wenn überhaupt sind Kirschen eine sehr seltene Delikatesse, die in den besten Läden schon so um die 100 Yen (60 Cent) pro STÜCK kosten kann…

Tatsächlich nämlich trägt die japanische Kirschblüte keine Früchte. Lange Zeit konnte mir kein Japaner erklären, wie man denn überhaupt zu all den vielen Bäumen kommt (schließlich bringt die nicht der Storch), bis ich dann schließlich herausgefunden habe, dass es sich um reguläre Kirschbäume handelt, denen eine besonders gezüchtete Version mit volleren Blüten oder praktisch ohne Kirsche, aufgepropft wird. Laut Aussagen meiner Bekannten sind deshalb auch japanische Kirschbäume extrem anfällig für Krankheiten, weil es sich ja um eine hochgezüchtete Leistungspflanze handelt, und werden regelmäßig im Herbst von Raupenhorden überfallen. Man sollte es sich also zweimal überlegen, ob man sich dann so einen Baum in den Garten stellen möchte…

Aber nicht nur die japanische Kirsche hält Überraschungen bereit. In meiner Kindheit hatten wir im Garten einen japanischen Pflaumenbaum, dessen Früchte (zumindest hatte der welche, man wird ja bescheiden!) leider im Herbst ungenießbar grün blieben. Auch das längste Warten half da nichts und ich habe trotz des jährlich üppig tragenden Baumes nie eine einzige reife Pflaume davon gegessen. Das Rätsel löste sich einige Jahre später, als ich nach Japan kam und kennenlernte, was die Leute hier so mit ihren Pflaumen anstellen. Tatsächlich ist die japanische Pflaume nämlich roh ungenießbar und muss einlegt werden, damit sie ihre Säure teilweise verliert. Hier werden deshalb die Pflaumen entweder eingelegt ähnlich wie Essiggurken gegessen oder mit Schnaps zu Umeshu (Pflaumenlikör) verarbeitet. Dass ich als Kind versucht habe, diese Pflaumen roh zu essen, stieß hier natürlich auf einige Lacher und wäre wohl so, als wenn ein Japaner in eine rohe Kartoffel vom Feld beißen würde…

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