Tempelaufenthalt

Weil ich schon in Japan öfters mal in Tempeln übernachtet habe (mein längster Aufenthalt war ganze zwei Monate), habe ich mich auch in China auf die Suche nach einer solchen Möglichkeit gemacht. Allerdings musste ich feststellen, dass die buddhistischen Tempel hier sehr wenige Informationen im Internet haben und wenn dann, alles nur komplett auf Chinesisch zu finden ist. Gott sei Dank bin ich aber bei meiner Suche auf einen Tempel in der Nähe von Hangzhou gestoßen, in dem auch ein australischer Mönch lebt und öfters Aufenthalte für Ausländer anbietet, sogar mit Erklärungen auf Englisch.

http://www.taishendo.com

Werde also dieses Wochenende über die chinesischen Feiertage nächste Woche für ein paar Tage zu einem “Meditation Retreat” fahren. Unterhaltsam waren schon die Informationen, die wie vorher erhalten haben:

Verboten: Fleisch/Fisch, Parfüm, zu freizügige Kleidung, Tiere töten, inklusive Insekten (also nicht mal so eben die Mücke abmurksen, die einem den Schlaf raubt…)

Mitbringen: Taschenlampe (soll anscheinend sehr dunkel werden nachts in der chinesischen Einöde), gutes Chinesisch (fast alle Mönche sprechen kein Englisch), Bücher (kein Internet – heul!)

Sollte aber insgesamt auf jeden Fall eine spannende Erfahrung werden. Werde dann nach meiner Rückkehr ein paar Bilder posten. :-)

Fusion-Food

Meine neuste Entdeckung: Italienische Tomatensoße passt ganz vorzüglich zu chinesischem Tofu und ergibt einen prima Snack für zwischendurch. :-)

Du bist aber mutig!

Chinesische Fahrradstapelkunst. :-)

Ja, ich lebe noch! Allerdings habe ich die letzten zwei Monate in den USA und Deutschland verbracht, weshalb es von der China-Front nicht allzu viel Neues zu berichten gab. Ich werde allerdings versuchen, die nächsten Wochen mal wieder etwas mehr zu schreiben, denn wie mir bei meinem Besuch dieses Mal in Europa wieder klar geworden ist, herrscht dort wirklich Informationsbedarf.

Unter anderem habe ich in Deutschland eine akademische Konferenz besucht, bei der ich die einzige Teilnehmerin aus China war (insgesamt waren 50 Nationalitäten vertreten). Sehr belustigend fand ich die Reaktionen der Leute, mit denen ich mich dort unterhalten habe. Durch die Bank bekam ich überraschte Blicke und Kommentare wie etwa: “Waaaaaas? Du lebst in CHINA? Du bist aber MUTIG!” Vorallem wenn man das von Akademikern z.B. aus Mexiko Stadt gesagt bekommt, fragt man sich wirklich, wie China von außen wahrgenommen wird.

Selbstverständlich hat China etliche soziale und ökologische Probleme, was nicht zuletzt auch den Chinesen selbst sehr bewusst ist. Auf der anderen Seite aber sind Städte wie Beijing und Shanghai mittlerweile durchaus sehr entwickelt und modern, und mein Arbeitstag hier unterscheidet sich kaum von dem in Düsseldorf oder Tokyo. Natürlich bewege ich mich unter den chinesischen Intellektuellen und bekomme somit nur einen gewissen Ausschnitt Chinas zu sehen, aber es scheint vielen westlichen Beobachtern nicht klar zu sein, dass in China mittlerweile eine große Mittelschicht existiert, die durchaus gebildet, informiert, kritisch und wohlhabend ist.

Zumindest scheint aber das Interesse an China auch in Deutschland zu wachsen und wahrscheinlich werde ich mit zwei deutschen Hochschulen und meiner chinesischen Uni ein Austausch- und Kooperationsprogramm starten können. Wäre wirklich höchste Zeit, dass sich ein paar mehr deutsche Studenten auf den Weg nach Beijing und sich selbst ein Bild von diesem faszinierenden Land machen.

Frohes Neues Jahr!

明けましておめでとうございます!新年快乐!

Ich wünsche allen meinen Lesern ein erfolgreiches und gesundes Neues Jahr 2012!

Weihnachten und den Jahreswechsel habe ich bei der Familie meines Freundes in Japan verbracht, anbei ein paar Impressionen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Schlaftalente

Ein besonderes Talent der Chinesen besteht darin, absolut überall einen Mittagsschlaf halten zu können. Unglaublich! Hier Beweisfotos aus meiner Vorlesung (Gott sei Dank nur in der Pause) und von einer Kreuzung in meiner Nachbarschaft.

“Made” in China

Wer immer schon mal ein paar leckere Maden probieren möchte, wird in Beijing in einem Yunnan (eine Provinz Südchinas)-Spezialitätenrestaurant fündig. Obwohl mir meine Kollegen freundlicherweise angeboten haben, diese seltene Spezialität für mich zu bestellen, habe ich dann doch lieber dankend abgelehnt…

China- oder Japanstudium?

Eine spannender Aspekt des Blogschreibens ist, dass ich ab und zu “Post” von Lesern bekomme, die mir Fragen zu Japan oder China stellen. In den letzten Monaten bekam ich von mehrfacher Seite Anfragen zu meiner Einschätzung von Japan- oder China-bezogenen Studiengängen. Im Gegensatz zu vor 15 Jahren, als ich mit meinem Japanischspleen angefangen habe, ist mittlerweile das Thema Ostasien tatsächlich sehr schick und angesagt geworden und so mancher Abiturient fragt sich, ob er sich lieber für die China oder Japanschiene entscheiden soll.

Hier ein paar Worte zu meiner persönlichen Einschätzung. Ersteinmal sollte man sich klar darüber werden, dass ein Studium Richtung Ostasien nicht “nur” eine Studienwahl ist, sondern – falls man damit erfolgreich sein möchte – eine weitreichende Lebensentscheidung bedeutet. Zwar gibt es tatsächlich in Ostasien für qualifizierte Deutsche ungemein interessante Jobmöglichkeiten. In Deutschland allerdings sind Japan und Chinajobs eher rar gestreut. Man sollte sich also vor Antritt eines solchen Studiums die Frage stellen, ob man für lange Zeit (d.h. unter Umstände Jahrzehnte) in Asien leben und arbeiten möchte. Wer die Vorstellung hat, mal ein paar Semester in Asien zu studieren und dann in Europa den Superjob zu ergattern, ist leider falsch gewickelt. Meiner Einschätzung nach lohnt sich ein China oder Japanfokus nur, wenn man auch bereit ist, für mehrere Jahre intensiv die Sprache vor Ort zu büffeln und dann seine Karriere eben auch auf Asien auszurichten. Ich kenne viele Japanologen, die ein Jahr in Tokyo studiert haben, dann aber doch meinten, langfristig in Deutschland leben zu wollen. Für ein solches Profil gibt es aber leider in der Heimat nur relativ wenig Stellen und darüber sollte man sich bewusst werden.

Natürlich fragen mich viele, ob man nun denn in Japan oder China “bessere Chancen” habe. Erstmal denke ich, dass man sich grundsätzlich für ein Land nicht aufgrund der “Chancen” entscheiden sollte. Als junger Absolvent hat man noch locker 30, 40 Jahre Berufslebens vor sich und niemand kann einschätzen, wie sich die Wirtschaft eines Landes über einen solchen Zeitraum entwickeln wird. Ich würde deshalb jedem empfehlen, eine solche grundlegende Entscheidung wirklich aufgrund der Affinität zum Land und dessen Kultur zu wählen. Sowohl in Japan als auch in China hat man unterschiedliche Vor- und Nachteile und ich denke, in beiden Ländern kann man sich zu einem Nischenexperten hocharbeiten, vorausgesetzt man bringt die entsprechenden Sprach- und Fachkenntnisse mit.

Apropos Fachkenntnisse: Ich denke, der Grund warum “Japanologie” und “Sinologie” den Ruf hat, als Exotenfächer nicht karriereförderlich zu sein, ist eben der, dass die Absolventen oft außer der Sprach- und Kulturkenntnisse relativ wenig in der Wirtschaft relevantes Fachwissen mitbringen. Jeder Student sollte sich darüber im Klaren sein, dass Sprachkenntnisse zwar gefragt sind, aber nur eine Qualifikationsdimension darstellen. Ich würde also Studenten in solchen Fächern in erster Linie das folgende empfehlen:

- Möglichst früh eine Richtung entsprechend einer Industrie/Jobkategorie festlegen.

- Zusatzqualifikationen entsprechend dieser Richtung sammeln, z.B. durch Nebenstudium, Praktika, Nebenjobs etc.

- Sinnvolle Qualifikationen sind Fachkenntnisse in BWL, Jura, IT, Maschinenbau etc.

- Frühzeitig Kontakte knüpfen zu Leuten in der Industrie, z.B. durch Fachkonferenzen, Bachelor- und Masterarbeiten, Praktika, Nebenjobs etc.

Gerade weil es wenige deutsche Experten gibt, die sowohl asiatische Sprachen fließend beherrschen und sich gut in ihrem Fachgebiet auskennen, existieren meiner Meinung nach sowohl in Japan als auch China noch vielfältige Chancen in fast allen Industrien und in der Forschung. Allerdings sollte man wie gesagt sich darüber im Klaren sein, dass eine solche Karriere ein intensives Sprachstudium, viele Jahre im Ausland und ein frühzeitige strategische Karriereplanung bedeutet. Ich habe meinen Schritt nach Ostasien nie bereut, aber ich muss auch zugeben, dass mein Leben wahrscheinlich für 95% aller meiner deutschen Bekannten ein Alptraum wäre, weil natürlich ein Leben im Ausland mit allerlei Herausforderungen und täglichen kulturellen Unterschieden einhergeht. Man muss schon von der abenteuerlichen Sorte sein, um so ein Leben genießen zu können und an einem total anderen Alltag auf lange Sicht Spaß zu finden. Für Fernwehgeplagte und Kulturfans allerdings ist natürlich Ostasien ein ungemein unterhaltsamer Spielplatz!

Der Aufstieg Chinas

Sehenswerter Vortrag über den Aufstieg Chinas.

Chinesisches Winterobst: Pomelos

Eine interessante Seite des Lebens in China ist es, dass man hier allerlei Obst zu Spottpreisen bekommt, welches man in Deutschland gar nicht oder nur in Asienläden findet. Momentan sind Pomelos, sowas wie Riesengrapefruits, der Verkaufsschlager. Mit denen könnte man größentechnisch problemlos Fußball spielen… :-)

Chinesisch-Lernsoftware zu gewinnen!

Einer meiner Leser hat mich gebeten, auf einen Wettbewerb auf seiner Seite aufmerksam zu machen, bei dem man die Chinesisch-Lernsoftware HanTrainer Pro gewinnen kann.

Das könnte vielleicht für den ein oder anderen von euch interessant sein.

Hier der Link: http://www.xuexizhongwen.de/wettbewerb.htm

Viel Erfolg!

Previous Older Entries

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.