Warte gerade am Flughafen in Busan auf meinen Rückflug und wollte nur kurz ein paar Eindrücke posten. Mein Geschäftstermin lief recht gut und die Abende habe ich dafür genutzt, die lokale Salsaszene weiter zu erkunden. Im Gegensatz zu Japan ist es in Korea üblich, dass die Tänzer gegen Mitternacht alle zusammen essen gehen. Da gibt es auch keine Gnade für arme Deutsche, die eigentlich schon todmüde sind und ins Hotel zurück wollen… Man wäre ja ein Spielverderber, wenn man sich schon alleine davon machen würde! So kam ich also wie auch schon bei meinem letzten Besuch zu nachtschlafender Zeit wieder in den Genuß einiger sehr exotischer Spezialitäten, wie Seidenraupenpuppen, die ich allerdings dann doch meinen koreanischen Gastgebern überlassen habe. Auch schon fast außerirdisch anmutende Meeresfrüchte und viel eingelegtes Gemüse dürfen nicht fehlen.
Diesmal hatte ich auch Gelegenheit, einen Spaziergang am wunderschönen Strand in Busan zu machen. Ich bin immer wieder total baff über die unglaubliche Gastfreundschaft der Koreaner. Das fängt damit an, dass die Taxifahrer gleich den Radiosender auf einen englischsprachigen stellen, sobald ich einsteige und geht soweit, dass sobald ich meinen Salsabekannten über meinen Besuch Bescheid gebe, sofort ein komplettes Besichtigungs- und Tanzprogramm für mich aufgestellt wird. Als ich mich gestern Nacht endlich gegen 1 Uhr loseisen konnte, weil ich schließlich heute früh meinen Flug nehmen muss, wurde ich mit „We will miss you!“, „Forget me not!“ und „Please come back soon!“ nur so überschüttet. So ein Land besucht man doch gerne wieder!
Da ich schon besorgte Fanemails erhalte, warum ich nun schon eine ganze Woche keinen neuen Eintrag geschrieben habe, kann ich erstmal zur allgemeinen Beruhigung versichern, dass ich nicht an der Schweinegrippe erkrankt bin und es mir auch sonst gut geht! Ich bin nicht zum Schreiben gekommen, da ich letzte Woche gleich zweifachen sehr netten Besuch bekommen habe. Zuerst einmal hat mich meine Freundin Regina aus Düsseldorf besucht und gleichzeitig hatten wir letzte Woche eine japanische Praktikantin bei Henkel, die wegen der langen Strecke zu ihrer Universität für die Zeit ihres Praktikums bei mir in der Wohnung übernachtet hat.
Unsere Praktikantin Shiori
Mit Regina in einem Park in Tokyo
Am Samstag waren Regina und ich in Hakone, wo wir ein wenig die japanischen heißen Quellen genossen haben. Weitere Fotos folgen am Wochenende, denn ich muss jetzt erstmal zum Gate flitzen… Schreibe diesen Eintrag nämlich vom Flughafen Narita und fliege heute für ein paar Tage auf Geschäftsreise nach Südkorea. Ich melde mich wieder, sobald ich wieder in Yokohama bin.
Heute habe ich unerwartet Post von der japanischen Krankenversicherung erhalten: da ich mich immer bester Gesundheit erfreue und die Versicherung nun ein ganzes Jahr nicht in Anspruch genommen habe, bekam ich als Dank einen Geschenkkatalog, aus dem ich mir jetzt kostenlos etwas bestellen darf. Ich schwanke noch zwischen dem Bügelbrett, dem Toaster und den Ohrringen… Allerdings muss ich sagen, dass ich die Geste einfach toll finde! In Deutschland habe ich nicht einmal auch nur ein Dankesschreiben von der Krankenkasse erhalten, obwohl dort auch die Gebühren mehr als saftig sind und ich fast nie zum Arzt gehe. Insofern reiht sich nun die japanische Krankenversicherung zusammen mit der Post und Tokyo Gas in meine Top 3 Unternehmen mit super Kundenservice ein.
In den 80er Jahren, als Mirkowellenherde ganz neu auf dem Markt waren, gab es die dazu passende Zeitschrift „Kochen mit der Mirkowelle“, was damals noch wirklich etwas Außergewöhnliches war. Heute muss man die Leute wohl doch mit neueren Ideen schocken. Wie wäre es beispielsweise mit Lachs, den man in der Spülmaschine kocht? Scheint tatsächlich zu funktionieren:
Heute bin ich endlich mal dazu gekommen, mir beim Rent-a-dog-Service einen Leihhund zu besorgen. Ich habe mich für einen süßen Chihuahua entschieden, der auch die ganze Zeit (2 Stunden) sehr brav war. An so einen Taschenhund könnte man sich wirklich gewöhnen… Die Ausleihregeln sind übrigens sehr streng, man darf den Hund beispielsweise nicht raus lassen, wenn es geregnet hat (er könnte ja dreckig werden!!) und man darf ihm auch kein anderes Fressen als die Hundekekse geben, welche man beim Ausleihen bekommt. Bei Unfall des Hundes muss man bis zu 800 Euro Schadensersatz zahlen. Und falls man gegen die Regeln verstossen und den Hund doch schmutzig machen sollte, muss man fürs Waschen extra zahlen… Andererseits wird dafür garantiert, dass alle Ausleihhunde „reinrassig“ sind. Wenn schon, dann will man schon einen Markenhund. Hier ein paar Bilder vom Spaziergang mit „Hiro-chan“.
Während man in deutschen Schulen entweder Religions- oder Ethikunterricht nehmen muss, wird im japanischen Bildungssystem das Thema Religion komplett ausgeklammert. Dies führt dazu, dass einem die meisten Japaner auch nicht antworten können, wenn man ihnen Fragen zu ihren beiden Nationalreligionen, dem Buddhismus und dem Shintoism, stellt. Speziell der Buddhismus ist ja auch im Westen momentan sehr en vogue, aber ich glaube mal, dass die allerwenigsten Europäer eine genaue Vorstellung von dieser Religion – soweit man sie eine Religion nennen kann – haben. Allen, die sich mal über die Grundlagen des Buddhismus informieren wollen, kann ich übrigens folgenden Podcast empfehlen, den ich neulich zufälligerweise gefunden habe. Jetzt kann ich auch meinen japanischen Bekannten erläutern, was es denn mit ihrer Landesreligion so auf sich hat.
Japan ist lange eines der letzten Raucherparadiese gewesen und auch heute noch darf man in vielen Restaurants and Cafes zum Unmut der Nichtraucher an allen Tischen vor sich hinpaffen. Allerdings scheint sich dies nun Gott sei Dank langsam zu ändern und in vielen öffentlichen Bereichen werden nun Raucherzonen ausgewiesen. Lustigerweise wird dies dann oft gleich mit solchem Eifer vollzogen, dass manchmal recht unterhaltsame Ergebnisse herauskommen. Beispielsweise darf man vor dem Bahnhof Yokohama nur in einem dafür geschaffenem „Raucherkasten“ rauchen. Wenn man also ins Freie geht, um mal ein wenig frische Luft durch den Filter zu schnappen, muss man sich mit allen anderen Rauchern in dieses kleine Häuschen zwängen. Na, ob da nicht so mancher doch zum Nichtrauchen motiviert wird?
Für uns Nichtraucher hält übrigens der Bahnhof Yokohama neuerdings eine Alternativdroge bereit: der letzte Schrei in Japan sind „Krispy Kreme Doughnuts“, für die man in Tokyo schon mal locker 1,5 Stunden anstehen muss. Glücklicherweise war die Schlange in Yokohama nicht ganz so lange und ich musste natürlich mal probieren. War durchaus sehr lecker, aber die Grüntee-Ring-Doughnuts bei Mister Donut bleiben dann doch mein Favourit.
Da ich in einigen meiner letzten Artikel erwähnte, dass ich momentan bei der Arbeit sehr viel zu tun habe, erhielt ich sogleich aus Paris (wo selbstverständlich mein Blog auch mit Hilfe einer Übersetzungsseite gelesen wird ) von einem Bekannten folgenden Link mit der Bitte, doch nicht auch so zu enden:
Anscheinend hat sich ein Manager bei McDonalds hier in Yokohama zu Tode gearbeitet. Das Unternehmen gab zu, dass er in den letzten 6 Monaten jeweils mehr als 80 Überstunden pro Monat geschufftet hatte.
Aber keine Angst, so weit lasse ich es dann bei mir nicht kommen! Finde es aber schon rührend, dass man sich so weltumgreifend um mein Wohlbefinden Sorgen macht…
Endlich Freitag! Diese Woche war arbeitstechnisch wirklich anstrengend, entsprechend bin ich froh, dass endlich Wochenende ist. Leider bin ich nur am Mittwoch dazu gekommen, etwas zu unternehmen und bin endlich mal auf den Tokyo Tower gestiegen. Dieser ist sogar ein wenig höher als der Eiffelturm und man hat von oben eine wunderbare Aussicht auf das nächtliche Tokyo, welches fast wie eine Science Fiction Stadt auf dem Mars wirkt… Leider konnte ich auf manchen Fotos ein paar Reflexionen durch die Fenster nicht vermeiden. Demnächst mache ich mal ein paar Bilder vom Roppongi Hills Turm, dort kann man nämlich auf eine Aussichtsplattform nach draußen und entsprechend scharfe Fotos schießen.
Vor ein paar Tagen habe ich mit meinem Großvater in Deutschland telefoniert und wir sind auf das Thema Käsekuchen gekommen. Da er früher als Bäcker gearbeitet hat, interessiert er sich nämlich für die hiesige Backkultur. Am Montag habe ich mich also einmal zum Käsekuchenladen meines Vertrauens begeben und natürlich rein aus Dokumentationszwecken folgende Spezialitäten (Bananen-Sahne-Käsekuchen und Obst-Käsekuchen) erworben.
Geschmacklich und optisch könnten diese Kuchen auch aus einer deutschen Bäckerei stammen. Den Unterschied zu den Kuchen in Deutschland sieht man allerdings erst, wenn man einen Größenvergleich anstellt. Unten habe einmal die Kuchen mit meiner Bahnkarte, die so groß wie eine Kreditkarte ist, fotographiert.
Tja, die Portionen sind hier halt ein wenig kleiner… Positiver Nebeneffekt ist allerdings, dass es in Japan extrem schwer fällt, dick zu werden, denn hier kann man auch mal locker 2 oder 3 Stück Kuchen als Nachtisch verdrücken.